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Leiche im Schrank Bericht von Anne Reitz und Ingrid Schäfer

Kriminalkomödie "Leiche im Schrank"

Nach der Aufführung von zwei Verwechslungskomödien hatten wir uns 1997 entschlossen, dem Publikum eine Kriminalkomödie zu präsentieren. Nachdem wir das Bühnenstück "Die Leiche im Schrank" ausgesucht hatten, begann die Arbeit.

Auch das dreimalige Lesen des Stückes brachte uns erst einmal nicht viel Klarheit über Mörder und Leiche. Spätestens da kam der Punkt, das Stück wieder zu verwerfen. Doch da in unserer Gruppe alle Mitglieder hoch motiviert waren, haben wir uns letztendlich der Herausforderung gestellt.


Zuerst die Vorarbeiten, dann die Praxis


Zuerst wurde das Bühnenstück durchgearbeitet und sinnlose Sätze bzw. Füllsätze gestrichen. Diese Arbeit verlief immer unter großen Diskussionen der Anwesenden. Auf den letzten Seiten des Bühnenbuches stellten wir fest, dass dem Autor kein richtiger Schluss gelungen war. Also suchten wir eine plausible Schlussszene, die geprobt, jedoch zwei Wochen vor der Aufführung nochmals umgestellt wurde.

Nach der theoretischen Arbeit und der Rollenverteilung begannen die Proben auf der Bühne.
Hierbei muss erwähnt werden, dass wir im Gegensatz zu vielen anderen Theatergruppen in der glücklichen Lage sind, immer auf der Bühne im Saal Esch proben dürfen. Dieses erleichtert die Arbeit für alle Beteiligten enorm und wir sind der Familie Esch sehr dankbar für dieses Entgegenkommen.

Bei den Proben probierten wir zum ersten Mal eine andere Arbeitsweise. Wir spielten nicht am Probenabend das ganze Stück, sondern gingen Seite für Seite durch, bis die Szene auswendig gespielt werden konnte. Der Nachteil dabei war, dass wir pro Abend nur drei bis maximal fünf Seiten geschafft haben und lange kein Bezug zum Gesamtstück hatten. Dabei hat uns oft der Mut verlassen, da auf den ersten 30 Seiten noch keine Leiche zu sehen war, obwohl das Stück "Leiche im Schrank" hieß.

Als wir nach langer Zeit an den 2. Akt kamen, erhielt das Stück Bewegung. Hier tauchte nun das ahnungslose Ehepaar, hervorragend gespielt von Uschi Struck als Besoffener und Maria Fischer /Inge Theisen als Ehefrau auf. Uschi hat die Rolle des Trinkers so gut gespielt (obwohl sie im Alltag kaum Alkohol trinkt), dass uns oft die Tränen über die Wangen liefen.
Selbst die Leiche im Schrank, gespielt von Annette Lehnigk -Emden, musste öfters herzhaft lachen. Manch lustige Probe brachten wir so hinter uns.

Das Stück spielte in dem Atelier eines Fotografen, der überzeugend von Walter Gräf, in der Rolle eines etwas ahnungslosen Charmeurs, gespielt wurde. Dieser hatte sowohl mit der aufreizenden Nachbarin (Ulrike Maibach -Laux / Hiltrud Dingendorf) als auch mit der Ehefrau des Machoßs ein Techtelmechtel. Das Bühnenbild war proffesionell ausgestattet, dank der Bilderleihgabe von Thomas Lotzen.


Ein schönes Bühnenbild und es blieb ganz


Das Bühnenbild blieb während allen Vorstellungen unbeschädigt, trotz der rabiaten Art des Nachbarn (gespielt von Hermann Tragl), der seiner Frau das Techtelmechtel sehr übelnahm.

Die Rolle des Macho's übernahm Kurt Mutschall, der seiner etwas liederlichen Frau, gespielt von Michaela Einig / Gisela Liesenfeld, immer hinterher rannte. Dabei machte er vor keinem weiblichen Rock halt. Selbst die Kommissarin, die in keiner Kriminalkomödie fehlt (gespielt von Ingrid Schäfer / Klara Giering) wollte er im ungünstigen Zeitpunkt vernaschen.

Nach vielen langen Probeabenden, die von Stefan Liesenfeld als Regisseur und von mir als Regieassistentin betreut wurden, hatten wir endlich Klarheit über das Bühnenstück.
Mittlerweile hatten sich alle Darsteller und Darstellerinnen mit ihrer Rolle identifiziert, so dass kurz vor der Aufführung ein Aufatmen durch die Reihen ging.


Der letzte Schliff, das wichtige an solch einem Stück


Nun folgte der letzte Schliff, der von den Schauspielern und -Spielerinnen mit vielen eigenen Ideen selbst erarbeitet wurde. Der Macho trat plötzlich mit Pistole auf, der Besoffene wurde immer besoffener und die Ehefrau immer resoluter, nur um einige Beispiele zu nennen. Nun konnte die Vorstellung beginnen.

Zum Schluss möchten wir uns bei allen Zuschauern auf das Herzlichste bedanken. Das Publikum ging bei allen Vorstellungen mit soviel Begeisterung mit, dass die Darsteller und -innen während der Aufführung fast über sich hinauswuchsen.

geschrieben von Anne Reitz (Regieassistentin) und Ingrid Schäfer

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